Vom Ausgleichsbecken Bärenburg fliesst das Wasser durch einen 13 km langen Stollen mit 5,4 m Durchmesser und eine Druckleitung mit 4,2 m Durchmesser zum Kraftwerk Sils. Direkt vor den Turbinen befindet sich in jeder Zuleitung ein Kugelschieber, ein überdimensionaler Wasserhahn. Im Notfall und bei Maschinenstillstand kann die Wasserzufuhr auf die Turbinen damit gestoppt werden. In geschlossenem Zustand wirken 600 t Wasser auf jeden Kugelschieber.
Das Kraftwerk Sils wurde in konventioneller Bauweise am Hangfuss erstellt. Ebenerdig gelangt man in den Maschinensaal mit den vertikal stehenden Generatoren. Die zugehöri-gen Francisturbinen sind im Untergeschoss angeordnet. Nach der Turbinierung fliesst das Betriebswasser durch den Unterwasserkanal in die Albula. Die eigentliche Rückgabe ins Ursprungsgewässer folgt indessen erst 1,7 km flussabwärts, wo die Albula in den Hinterrhein mündet.
Die vier Francisturbinen der Stufe Bärenburg–Sils können eine Wassermenge von 73 m3/s verarbeiten. Das maximale Gefälle beträgt 413 m. Zur Bauzeit in den 60er-Jahren war dies für Francisturbinen ein sehr hoher Wert. Für so grosse Gefälle werden in der Regel auch heute noch Peltonturbinen eingesetzt. Die Installation von Francisturbinen war beim Bau der Zentrale eine echte Pionierleistung.
Schon bei Betriebsaufnahme konnten die weit verteilten Anlagen der KHR von Sils aus in teilweise ferngesteuert und überwacht werden. Im Laufe der Zeit aber genügte die Technik aus den 50er-Jahren den gestiegenen Anforderungen nicht mehr. Heute werden sämtliche Anlagen der KHR von der technisch flexiblen und modernen Leitstelle in Sils aus fernbedient und überwacht.